Erblich bedingter Haarausfall

Erblich bedingter Haarausfall

Der erblich bedingte Haarausfall (Alopecia Androgenetica) ist eine Form des Haarverlustes, die besonders stark bei Männern vorkommt. Der erblich bedingte Haarausfall wird ursächlich von den Geschlechtshormonen (Androgene) ausgelöst. Als ein Erklärungsansatz dient die Theorie, dass manche Haarfollikel durch ihre genetische Veranlagung eine höhere Empfindlichkeit gegenüber den Androgenen aufweisen. Diese Geschlechtshormone wirken auf die Haarfollikel ein und sorgen dafür, dass sich die Wachstumsphase der Haare verkürzt und der Haarzyklus schneller abläuft. Durch den schnelleren Zyklus wiederum werden die Haar sowie die Haarfollikel mit der Zeit dünner bis es schließlich zum Haarverlust kommt.

Verlauf des erblich bedingten Haarausfalls

Bei Männern kann der Verlauf des erblich bedingten Haarausfalls mithilfe des Hamilton-Noorwood-Schemas dargestellt werden. Anhand des Schema kann festgestellt werden, in welchem Stadium des Haarausfalls man sich befindet.

Zunächst kommt es zum Verlust der Haare im Bereich der Schläfe und der Stirn. Daraufhin verringert sich die Haardichte im Bereich des oberen Hinterkopfes. Anschließend fallen schrittweise die Haare auf der gesamten Schädeldecke aus bis nur noch die Haar über den Ohren sowie am Hinterkopf als Haarkranz verbleiben.

Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall

Minoxidil

Das Mittel Minoxidil wird normalerweise bei Patienten mit hohem Blutdruck als ein blutdrucksenkendes Mittel genutzt. Im Bezug auf das Haarwachstum hat sich Minoxidil als ein kleines Wundermittel herausgestellt, das sogar erblich bedingten Haarausfall stoppen kann. Mit Minoxidil ist es möglich seinen spärlichen Bartwachstum zu stimulieren und Haarwachstum auf der Kopfhaut anzuregen. Diese Wirkung beruht auf der Fähigkeit von Minoxidil die Durchblutung der Haarwurzeln zu fördern. Die genaue Wirkung ist dabei noch nicht abschließend geklärt. Bei zahlreichen. Anwendern sprechen die Ergebnisse jedoch für sich. 

Koffein

Das im Kaffee enthaltene Koffein ist uns allen durch seine Wirkung bestens vertraut. Koffein zeigt in gesunden Mengen eine stimulierende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System und erhöht die Konzentration sowie Aufmerksamkeit für eine gewisse Dauer. Koffein kann zudem eine positive Wirkung auf die Haarwurzeln ausüben. Es gibt jedoch keine eindeutigen wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema. Die stärkere Durchblutung durch Koffein ist andererseits wissenschaftlich belegt und bildet die Grundlage für ein gesundes Haarwachstum. Man sollte somit den Versuch mit einem koffeinhaltigen Haarpflegeprodukt wagen, besonders wenn sich der erblich bedingte Haarausfall im Anfangsstadium befindet.  

Thyocyanat

Thyocyanat wurde ähnlich wie Minoxidil in abgeänderter Form als ein Mittel gegen Bluthochdruck eingesetzt. Das auf dem  Markt erhältliche Thyocin enthält diesen Wirkstoff und verspricht, dass es gegen Haarausfall helfen und das Haarwachstum anregen kann. Die Wirkung ist wissenschaftlich noch nicht geklärt, jedoch soll es bei der Reaktion zwischen den Androgenen und den hochempfindlichen Haarfollikeln eingreifen können. Daneben sorgt es auch für eine verbesserte Durchblutung der Haarfollikel. Laut einer Studie des Thyocin Herstellers soll es mehr als der Hälfte der Probanden geholfen haben. Auch hier sollte man eine Anwendung in Erwägung ziehen. 

Priorin

Priorin ist ein Mittel, welches sich im wesentlichen aus Vitamin B5, Cystein und Hirseextrakt zusammensetzt. Schaut man sich die diese drei Bestandteile genauer an, so stellt man fest, dass sie alle positiv für das Haarwachstum erscheinen. Vitamin B5 (auch Pantothensäure) zählt zusammen mit dem Vitamin B7 (Biotin) zu den Vitaminen, die am stärksten Einfluss auf das Haarwachstum haben. Vitamin B5 ist ein Bestandteile des Enzyms CoA, welches besonders stark am Stoffwechsel von Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen beteiligt ist. Es wird im gesamten Körper benötigt und ist für den Aufbau von Knorpel, Bindegewebe, Haut sowie Haare notwendig. Cystein ist ein sogenanntes Strukturprotein für das Haar, welches dem Haar Festigkeit verleiht. Haare bestehen aus Keratin, das wiederum Cystein als Grundlage benötigt. Hirse besitzt von allen Getreiden den höchsten Mineralstoffgehalt und wird daher in Nahrungsergänzungsmitteln und für die Stärkung von Haaren und Nägeln eingesetzt. Priorin soll mit diesen Inhaltsstoffen für eine stärkere und verbesserte Versorgung des Haares und der Haarwurzeln sorgen. 

Haartransplantation

Die Haartransplantation ist oft die letzte Möglichkeit, wenn alle anderen Mittel keinen Erfolg gebracht haben. Bei der Haarverpflanzung werden ein Haarstreifen oder punktuell Haarfollikel aus einer geeigneten Stelle entnommen und in den kahlen Bereiche eingesetzt. Diese Haarfollikel sind unempfindlich gegenüber dem Androgen Testosteron und sind daher nicht vom Haarausfall gefährdet. Meist wird der Haarkranz am Hinterkopf als Sendebereich genutzt. Die Kosten hängen von der Menge der zu transplantierenden Haare ab und können sich von 2.000€ bis 10.000€ erstrecken.

Haartransplantation

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